Die Suzuki DR 500 D aus dem Baujahr 1982 fand ich bei einem Bekannten. Dieser wiederum hatte sie Jahre zuvor vor der Schrottpresse bzw. vor einem Extremrestaurator gerettet. Ein Solcher hatte schon Hand angelegt und begonnen das Motorrad zu "restaurieren", was auch immer er darunter verstand. Der Rahmen samt Schwinge wurde mit Spritzspachtel und Lack dick zugekleistert, und das, so wie es aussah, in montiertem Zustand also ohne das Fahrzeug zu zerlegen. So waren Schrauben, Plastik und Gummiteile mitlackiert, ebenfalls der Motor und Auspuff stellenweise mit Farbe vesehen. Das Motorrad sah einfach verboten aus.

Reaktivierung nach vielen Jahren:

Keiner von uns wusste ob und wie der Motor läuft.

Aber das war mir nicht so wichtig da ich ohnehin plante ein 650er Motor einzubauen.

Vergaser demontiert, gereinigt und wieder eingebaut, frisches Benzin zugeführt, Motoröl kontrolliert und etwas nachgefüllt, sah sauber aus, aber auf Minimum. Einige Tritte und der Motor schnurrte mit etwas Gerassel los. Nach einigen Umdrehungen wurden die ungewöhnlichen Geräusche leiser waren aber dennoch vorhanden. Motor abgestellt, Steuerkettenpanner Arretierung gelöst, ein Klack war zu hören, wieder fest gezogen und Ruhe war. Der Motor lief sehr gut. Kurze Probefahrt, Getriebe, Lichtmaschine und Beleuchtungsanlage funktionierten ebenfalls. Was will man mehr?

Demontage Zerlegung: 

Nun ging es sofort zum Zerlegen in die Werkstatt.

Dabei fiel auf, der Motor war wohl schon einige Zeit locker im Rahmen, die hinteren Distanzhülsen waren stark abgescheuert und schief. Zudem waren stellenweise falsche Schrauben, zu dünn und zu kurz, verbaut.

Das Steuerkopflager, Kegelrollenlager waren fettfrei und daher verrostet. 

Der Auspuff war angerostet aber noch in stabilen Zustand, sogar die Verschraubung Krümmer-Schalldämpfer löste sich noch.

Rahmen und Teile entlacken

Die Lackierung war unter aller Sau, die Farbschichten mussten entfernt werden. Zwei volle Tage brauchte ich für Rahmen und Schwinge. Dazu habe ich Abbeizer genommen. Es hat eine Zeit lang gedauert bis dieser die Lackschicht anlöste. Danach wurde alles mit der Stahlbüste und Hochdruckreiniger entfernt. Sandstrahlen geht zwar schneller aber man muss den Rahmen wo hin schleppen und Tage warten, was ja auch nicht unerheblich Zeit in Anspruch nimmt.

Fussrasten für die Sozia:

Ein Greul für jeden Mitfahrer sind an der Schwinge befestigte Fussrasten . Das geht nicht lange gut, auf der Straße nicht und schon garnicht im Gelände. Schnell ermüden die Beine und die Mitfahrer/in streikt!

Dazu habe ich kleine Befestigungsplatten angefertigt, mit einem 8 mm Loch versehen, diese dann an den Rahmen geschweisst. Dort werden die ebenfalls selbst gebauten Fussrastenausleger befestigt. Die Original Soziusrasten wurden vom Gummi befreit und mit einem, in U Form versehenen, Flacheisen zu Crossrasten umgebaut.

Die Halterungen an der Schwinge wurden entfernt.

Motor- Rahmen:
Der 650er Motor sieht auf den ersten Blick aus wie der 500er. Dem ist aber nicht so. Das Gehäuse baut etwas breiter. Vor allem die hintere untere Halterung passte nicht. Dort baut das 650er Gehäuse 2 cm breiter. So musste diese am Rahmen versetzt werden. Zudem fluchtet das Ritzel nicht mit dem des 500er Motors. Der Motor muss um ca. 10 mm nach rechts versetzt eingebaut werden. Daher musste an der vorderen unteren Haltebohrung des Motorgehäuses ein Zentimeter ebgeschnitten werden. Alle anderen Halterungen konnten mit Distanzhülsen angepasst werden.

Also, ist der Einbau des 500er Motors mit dazu passenden Distanzhülsen möglich.

Zusammenbau:

Nachdem die Schweißarbeiten am Rahmen erledigt waren wurde Dieser grundiert und lackiert.

Ölkühler:

Der Ölkühler wurde mit einer neu angefertigten Halterung an der linken Seite des Rahmenfrontrohres befestigt.

Vergaser-Luftfilter, oha.....:

Es sah so harmlos einfach aus....

Der Vergaser der 650er sitzt schräg am Zylinderkopf, der, der 500er gerade. Es gibt zwei Möglichkeiten, den Zylinderkopf am Ansaugkanal zu bearbeiten, also abfräsen oder eine Platte anfertigen die zwischen Ansauggummi und Kopf für die Richtung des Vergasers sorgt. Ich entschied mich für das  Zweite.

in den Rahmen passt nur der Originalluftfilterkasten der 500er, der einen erheblich kleineren Anschlussstutzen Vergaser-Luftfilter besitzt. Also passt natürlich auch der Filter nicht.

Habe mich für einen zylindrischen K&N Filter, 17 cm lang und 9 cm Durchmesser entschieden und den Luftfilterkasten aufgeschnitten.

Die Bedüsung auf Auspuff und Luftfilter/kasten anzupassen kostete einige Mühe und viele, eigentlich, wie sich später herausstellte, viele unnütze Arbeitsstunden. 

Die DR 650 war ein Unfallmotorrad, wurde beim Kauf nur kurz gestartet und lief auch ruhig. Fahren war nicht mehr möglich. Leider entpuppte sich der Mikuni Gleichdruck Vergaser als ganz hinterhältiger und unkalkulierbarer Halunke.

Den eher gut aussehenden Versager, traf natürlich keine Schuld!

Heute weiß ich, man hatte ihn zur Drosselung und wieder zur Entdrosselung mehrfach zerlegt und im chaotischen Arbeitseifer einige Kleinteile wohl als völig überflüssig angesehen und einfach weg gelassen. Als dann gar nichts mehr funktionierte wurde die DR zum Händler geschafft, der dem früheren Besitzer schnell noch eine neue CDI verkaufte, gut für mich, um sie dann nach mehren Tagen so einigermasßen zum Fuktionieren brachte. So fehlte der Mini O-Ring unter dem Deckel Schiebermembrane am Anschluss Unterdruckleitung zum Benzinhahn, der O-Ring unter dem Gasschieberschacht ( Nadeldüse) und ganz fatal, die Scheibe unter der Düsennadel. So war natürlich eine schnelle Abstimmung nicht möglich! 

Kann nur jedem raten, glaubt keinem der behauptet das Ding ist  immer super gelaufen.....Zerlegt den Vergaser und vergleicht die tatsächlich vorhandenen Teile mit einer Sprengzeichnung im Ersatzteilkatalog! Ist da was nicht vorhanden, fehlt es!!!

Elektrik:

Habe den kompletten Kabelstrang der 650er verbaut.

Die CDI sitzt aus Platzmangel nun im ohnehin beengten Luftfilterkasten,

der Gleichrichter wie bei der 650er an der unteren Gabelbrücke.

Sicherungen im Ausschnitt Luftfilterkasten Ansaugschnorschel 

Blinkerrelais zwischen Luffilterkasten und Heckkotflügel

Anpassen musste ich die Anschlüsse für

Kontrolleuchtenkonsole, Bremslichtschalter und das Zündschluss, welche von der 500er benutzt wurde.

Die Heckleuchte stammt von der 650er, die Nummernschildbeleuchtung aus dem Anhängerbereich.

Dieses hässliche Teil wird wieder vom Kotflügel verbannt, wer braucht schon eine Nummernschildbeleuchtung?

Der Scheinwerfer ist Originalteil, wurde aber mit einer H4 Glühbirne ausgestattet.

Miniblinker mit lastunabhängigem Relais kommt von Louis.

 

 

 

 

 


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